News durchsuchen
Über die Kunst des Alleinseins
Manche können es besser, manche weniger gut; das Alleinsein. Ich persönlich umgebe mich gerne mit Leuten, Menschenansammlungen haben einen hohen Wert in meiner Wohlfühlskala, ein Emeriten-Dasein liegt mir fern. In der Stadt in der ich wohne, arbeiten alle meine Freunde am gleichen Ort, haben gleichzeitig Ferien und sind somit alle gleichzeitig weg. So geschehen diesen Sommer. Fünf lange Wochen blieb mir nur eine einzige Person zur Unterhaltung: Ich selber.
Komischerweise assoziiert man einen Menschen, der alleine unterwegs ist, sofort mit einem Gefühl der Einsamkeit. Mit mitleidendem Blick betrachten wir den Menschen, der alleine an einem Tisch im Restaurant sitzt und zu Mittag isst. Doch warum? Ist das alleine sein nicht auch ein Zeugnis von Stärke? Ist der Mensch, der sich selbst genügt nicht sein eigener Freund?
Gezwungen durch das Ausfliegen meiner Freunde, begann ich Dinge zu unternehmen, die ich sonst nie alleine mache, getreu dem Motto „Meine beste Begleitung bin ich“. Es fühlte sich erst komisch an und beim ersten Glas Wein, das ich nur in meiner Begleitung genoss, tat ich, als warte ich auf jemanden. Wer allein ist, ist auf sich selber zurück geworfen. Doch bald merkte ich, dass genau darin die Schönheit liegt. So viel Zeit mit sich selber, da hört man irgendwann auf, über sich selber nach zu denken und konzentriert sich auf das Drumherum. Ich konnte stehen bleiben und den Strassenmusikern zuhören, solange ich wollte. Ob ich im Café eine halbe Stunde länger sitzen blieb, interessierte niemanden und keiner wartete ungeduldig vor der Umkleide auf mich, wenn ich auch die fünfte Hose noch anprobieren wollte. Allein sein ist auch Freiheit.
Dinge, die man gewöhnlich mit Begleitung unternimmt, sind alleine ganz anders. Schön irgendwie. Schön zu wissen, dass ich den Film im Kino nur für mich gesehen habe. Schön im Museum drei Mal zu einem Bild zurück zu gehen und es ganz für sich zu geniessen. Einmal nicht teilen, alles nur für mich. Man muss es zelebrieren, das allein sein und wer sich mag, dem fällt es leichter, nur mit sich selbst zu sein.
Und doch: auch wenn ich jetzt öfter mal etwas alleine unternehmen werde, bin ich froh, meine Menschen wieder um mich zu haben. Die Stadt lebt wieder, für mich allein und auch für alle anderen.
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Komischerweise assoziiert man einen Menschen, der alleine unterwegs ist, sofort mit einem Gefühl der Einsamkeit. Mit mitleidendem Blick betrachten wir den Menschen, der alleine an einem Tisch im Restaurant sitzt und zu Mittag isst. Doch warum? Ist das alleine sein nicht auch ein Zeugnis von Stärke? Ist der Mensch, der sich selbst genügt nicht sein eigener Freund?
Gezwungen durch das Ausfliegen meiner Freunde, begann ich Dinge zu unternehmen, die ich sonst nie alleine mache, getreu dem Motto „Meine beste Begleitung bin ich“. Es fühlte sich erst komisch an und beim ersten Glas Wein, das ich nur in meiner Begleitung genoss, tat ich, als warte ich auf jemanden. Wer allein ist, ist auf sich selber zurück geworfen. Doch bald merkte ich, dass genau darin die Schönheit liegt. So viel Zeit mit sich selber, da hört man irgendwann auf, über sich selber nach zu denken und konzentriert sich auf das Drumherum. Ich konnte stehen bleiben und den Strassenmusikern zuhören, solange ich wollte. Ob ich im Café eine halbe Stunde länger sitzen blieb, interessierte niemanden und keiner wartete ungeduldig vor der Umkleide auf mich, wenn ich auch die fünfte Hose noch anprobieren wollte. Allein sein ist auch Freiheit.
Dinge, die man gewöhnlich mit Begleitung unternimmt, sind alleine ganz anders. Schön irgendwie. Schön zu wissen, dass ich den Film im Kino nur für mich gesehen habe. Schön im Museum drei Mal zu einem Bild zurück zu gehen und es ganz für sich zu geniessen. Einmal nicht teilen, alles nur für mich. Man muss es zelebrieren, das allein sein und wer sich mag, dem fällt es leichter, nur mit sich selbst zu sein.
Und doch: auch wenn ich jetzt öfter mal etwas alleine unternehmen werde, bin ich froh, meine Menschen wieder um mich zu haben. Die Stadt lebt wieder, für mich allein und auch für alle anderen.
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Kommentare
Noch keine Kommentare
Kommentar schreiben





