Fouiller les News
Die Frage aller Fragen
Ich sitz im Zug. Ein Mann steigt zu, bleibt neben einem Viererabteil stehen und fragt: Ist hier noch frei? Ansich keine Besonderheit, wir alle stellen diese Frage. Nur, da sass gar keiner.
Wäre da jemand gesessen, hätte dieser die Frage bestimmt mit einem Ja beantwortet. Im seltensten Falle, ist höchstens ein Platz besetzt. Und doch stellt jeder diese Frage. Auch ich. Ist das Höflichkeit oder nur noch Floskel? Und, brauchts diese Frage wirklich?
Ich denke: Wir fragen, weil wir müssen. Denn diese Frage ist ein Zeichen unserer Zeit. Und Zeichen von uns Schweizern. Denn wir sitzen nun mal am liebsten allein. Und das am besten in einem Viererabteil. Diese Frage stellen wir nur, wenn kein Viererabteil mehr gänzlich unbesetzt ist, und wir gezwungen sind, uns bei jemandem in seinem Abteil dazu zu setzen. Wir dringen in ein Territorium eines anderen ein und die Frage „Ist hier noch frei?“ ist die Entschuldigung dafür. Übersetzt: „Tut mir leid, es ist kein anderes Abteil mehr ganz frei, ich muss mich jetzt zu ihnen setzen. Ich weiss, dass sie lieber alleine sitzen würden, ich ja auch. Aber es geht leider nicht. Der Zug ist zu voll.“
Vor was fürchten wir uns denn? Der Nähe? Der Gefahr, eventuell mit der Person vis-a-vis oder nebenan ein Gespräch führen zu müssen? Es ist die Absurdität, keinem zu nahe kommen zu wollen, keinem Fremden zumindest. Dabei sind wir doch alle das gleiche: Menschen im Zug.
Hier jedenfalls ist noch frei. Setzt euch.
Eure Rebecca
Wäre da jemand gesessen, hätte dieser die Frage bestimmt mit einem Ja beantwortet. Im seltensten Falle, ist höchstens ein Platz besetzt. Und doch stellt jeder diese Frage. Auch ich. Ist das Höflichkeit oder nur noch Floskel? Und, brauchts diese Frage wirklich?
Ich denke: Wir fragen, weil wir müssen. Denn diese Frage ist ein Zeichen unserer Zeit. Und Zeichen von uns Schweizern. Denn wir sitzen nun mal am liebsten allein. Und das am besten in einem Viererabteil. Diese Frage stellen wir nur, wenn kein Viererabteil mehr gänzlich unbesetzt ist, und wir gezwungen sind, uns bei jemandem in seinem Abteil dazu zu setzen. Wir dringen in ein Territorium eines anderen ein und die Frage „Ist hier noch frei?“ ist die Entschuldigung dafür. Übersetzt: „Tut mir leid, es ist kein anderes Abteil mehr ganz frei, ich muss mich jetzt zu ihnen setzen. Ich weiss, dass sie lieber alleine sitzen würden, ich ja auch. Aber es geht leider nicht. Der Zug ist zu voll.“
Vor was fürchten wir uns denn? Der Nähe? Der Gefahr, eventuell mit der Person vis-a-vis oder nebenan ein Gespräch führen zu müssen? Es ist die Absurdität, keinem zu nahe kommen zu wollen, keinem Fremden zumindest. Dabei sind wir doch alle das gleiche: Menschen im Zug.
Hier jedenfalls ist noch frei. Setzt euch.
Eure Rebecca
- sind unsere Beziehungen vorbestimmt?
Kürzlich in einem Gespräch mit zwei Freunden über Verhaltensmuster und Erwartungen in Beziehungen kamen wir plötzlich auf das zu sprechen, was wir immer versuchen zu vermeiden; so zu sein wie unsere Eltern.
Doch so abwegig ist es nicht. Wir sind geprägt von der Beziehung, meist Ehe, die uns unsere Eltern vorleben und übernehmen nicht selten die gleichen Verhaltensmuster und viel schlimmer noch, die Erwartungen. Lieben wir wirklich wie unsere Eltern?
Im Zeitalter der vielen Scheidungen ist es ein beunruhigender Gedanke. Bin ich beziehungsunfähig, weil meine Eltern sich scheiden liessen? Wird mich das gleiche Schicksal ereilen, bin ich verdammt dazu mich irgendwann scheiden zu lassen? Folglich: ist es utopisch zu glauben, selber eine gute Ehe führen zu können? Oder bin ich genau deswegen verlobt, weil ich daran glaube, es besser machen zu können und viel wichtiger, es besser machen zu wollen?
Das sind naheliegende Gedanken, doch wie wir im Gespräch bald erkannten; geht es den anderen wirklich besser? Wer aus einem intakten Elternhaus kommt, wird der sich mit dem Gedanken auseinander setzen können, dass das keine Selbstverständlichkeit ist? Ist da nicht die grundlegende Erwartung da, dass es funktioniert? Und, kann eine Beziehung Krisen überstehen, wenn man sich nicht bewusst ist, dass eine Beziehung viel Arbeit erfordert?
Kann es Beziehungen geben, zwischen zwei Menschen aus den verschiedenen Lagern? Oder ist genau das die optimale Paarung, weil sich die Erwartungen und Muster aneinander abreiben?
Sollten wir eine Partnervermittlung einrichten, die die Singles nach diesen Punkten zusammenbringt?
Welcher Art auch immer – gezeichnet sind wir alle. Mehr als das Beste daraus machen, bleibt uns nicht übrig. Heiraten werd ich meinen Verlobten sowieso. Denn was am Ende zählt, ist das was man selber erlebt und fühlt. Was am Ende zählt ist – genau.
Eure Rebecca
rebecca.schynder@alltickets.ch
Doch so abwegig ist es nicht. Wir sind geprägt von der Beziehung, meist Ehe, die uns unsere Eltern vorleben und übernehmen nicht selten die gleichen Verhaltensmuster und viel schlimmer noch, die Erwartungen. Lieben wir wirklich wie unsere Eltern?
Im Zeitalter der vielen Scheidungen ist es ein beunruhigender Gedanke. Bin ich beziehungsunfähig, weil meine Eltern sich scheiden liessen? Wird mich das gleiche Schicksal ereilen, bin ich verdammt dazu mich irgendwann scheiden zu lassen? Folglich: ist es utopisch zu glauben, selber eine gute Ehe führen zu können? Oder bin ich genau deswegen verlobt, weil ich daran glaube, es besser machen zu können und viel wichtiger, es besser machen zu wollen?
Das sind naheliegende Gedanken, doch wie wir im Gespräch bald erkannten; geht es den anderen wirklich besser? Wer aus einem intakten Elternhaus kommt, wird der sich mit dem Gedanken auseinander setzen können, dass das keine Selbstverständlichkeit ist? Ist da nicht die grundlegende Erwartung da, dass es funktioniert? Und, kann eine Beziehung Krisen überstehen, wenn man sich nicht bewusst ist, dass eine Beziehung viel Arbeit erfordert?
Kann es Beziehungen geben, zwischen zwei Menschen aus den verschiedenen Lagern? Oder ist genau das die optimale Paarung, weil sich die Erwartungen und Muster aneinander abreiben?
Sollten wir eine Partnervermittlung einrichten, die die Singles nach diesen Punkten zusammenbringt?
Welcher Art auch immer – gezeichnet sind wir alle. Mehr als das Beste daraus machen, bleibt uns nicht übrig. Heiraten werd ich meinen Verlobten sowieso. Denn was am Ende zählt, ist das was man selber erlebt und fühlt. Was am Ende zählt ist – genau.
Eure Rebecca
rebecca.schynder@alltickets.ch
Gaddafi sieh dich vor!
Soso, der Gaddafi will also die Schweiz auflösen. Und das nur, weil wir seinen Sohn eingebuchtet hatten. Zu Recht übrigens. Also das Einbuchten.
Was genau ist denn dem sein Problem frag ich. Ob er die Hitze nicht verträgt und ihm zu Kopfe gestiegen ist? Die Willkür jedenfalls ist ihm inne. Ebenso ein riesen Ego. Umso kleiner ist wohl sein - na ihr wisst schon. Wie ein trotziger Bub stampft er auf den Boden und glaubt, deswegen wird ihm Mami UNO jeden Wunsch erfüllen. Die Schweiz auflösen zum Beispiel.
Gut, könnte man blasphemisch sagen, die Welschen wollen eh lieber zu Frankreich gehören. Wir graben also wirklich eine Röstigraben und der erste Schritt ist getan. Die Tessiner essen lieber Spaghetti als Fondue, die wird es nicht allzu schmerzen. Italien ist dann um ein Filmfest reicher. Und die Deutschschweiz? Tja, der Name hat es inne liebe Eidgenossen, wir würden dann wohl zu den Gummihälsen gehören (die ich übrigens mag). Das scheint also alles auf zu gehen. Fast. Ein Grössenwahnsinniger wie der Gaddafi wird scheitern an, genau, seinem Grössenwahn. Denn einer wie der, sieht die Stärke in der Grösse. Wir, Liebe Eidgenossen und kleingewachsene Schweizer, wir wissen es besser. Denn was übrig bleibt, bei dem sauberen Aufteilungsplan ist der Rätoromanische Teil von unserem Land. Und während die UNO sich drüber die Köpfe zerbricht, was mit diesem Rest Schweiz zu tun sein, wandern wir alle, genau, dahin.
Der Graubünden wird zu unserer Festung, wir verschanzen uns und fangen alles Wasser in einem grossen Stausee auf. Der Gaddafi hat zwar Öl, aber wir haben das Wasser. Und Öl kann man nun mal nicht trinken.Als Bergler sind wir dann zäh im nehmen (gut die Züricher werdens schwer haben), wir pflegen Selbstversorgung und stocken die natürlichen Anhöhen zu Mauern auf, die rund um die ehemalige Kantonsgrenze gehen wird. Ehemalige. Denn neu werden das unsere Landesgrenzen sein. Da oben in den Bergen können sich dem Gaddafi seine Kamele dann die Hufe aufschlagen.
So werden wir der Welt trotzen, bis Mami UNO zugeben muss, dass sie leichtsinnig den pubertären Zwängen nachgegeben hat und uns als Wiedergutmachung kein Nidelzältli, sondern Lybien als Hoheitsgebiet schenkt. Und dann lieber Gaddafi, bist du am – na ihr wisst schon. Dann rennen dir tausende kleiner Eidgenossen die Bude ein und sagen Grüezi auf gut schweizerische Art; mit einem Tritt in den – eben.
Lasst ihn nur kommen, wir sind bereit!
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Was genau ist denn dem sein Problem frag ich. Ob er die Hitze nicht verträgt und ihm zu Kopfe gestiegen ist? Die Willkür jedenfalls ist ihm inne. Ebenso ein riesen Ego. Umso kleiner ist wohl sein - na ihr wisst schon. Wie ein trotziger Bub stampft er auf den Boden und glaubt, deswegen wird ihm Mami UNO jeden Wunsch erfüllen. Die Schweiz auflösen zum Beispiel.
Gut, könnte man blasphemisch sagen, die Welschen wollen eh lieber zu Frankreich gehören. Wir graben also wirklich eine Röstigraben und der erste Schritt ist getan. Die Tessiner essen lieber Spaghetti als Fondue, die wird es nicht allzu schmerzen. Italien ist dann um ein Filmfest reicher. Und die Deutschschweiz? Tja, der Name hat es inne liebe Eidgenossen, wir würden dann wohl zu den Gummihälsen gehören (die ich übrigens mag). Das scheint also alles auf zu gehen. Fast. Ein Grössenwahnsinniger wie der Gaddafi wird scheitern an, genau, seinem Grössenwahn. Denn einer wie der, sieht die Stärke in der Grösse. Wir, Liebe Eidgenossen und kleingewachsene Schweizer, wir wissen es besser. Denn was übrig bleibt, bei dem sauberen Aufteilungsplan ist der Rätoromanische Teil von unserem Land. Und während die UNO sich drüber die Köpfe zerbricht, was mit diesem Rest Schweiz zu tun sein, wandern wir alle, genau, dahin.
Der Graubünden wird zu unserer Festung, wir verschanzen uns und fangen alles Wasser in einem grossen Stausee auf. Der Gaddafi hat zwar Öl, aber wir haben das Wasser. Und Öl kann man nun mal nicht trinken.Als Bergler sind wir dann zäh im nehmen (gut die Züricher werdens schwer haben), wir pflegen Selbstversorgung und stocken die natürlichen Anhöhen zu Mauern auf, die rund um die ehemalige Kantonsgrenze gehen wird. Ehemalige. Denn neu werden das unsere Landesgrenzen sein. Da oben in den Bergen können sich dem Gaddafi seine Kamele dann die Hufe aufschlagen.
So werden wir der Welt trotzen, bis Mami UNO zugeben muss, dass sie leichtsinnig den pubertären Zwängen nachgegeben hat und uns als Wiedergutmachung kein Nidelzältli, sondern Lybien als Hoheitsgebiet schenkt. Und dann lieber Gaddafi, bist du am – na ihr wisst schon. Dann rennen dir tausende kleiner Eidgenossen die Bude ein und sagen Grüezi auf gut schweizerische Art; mit einem Tritt in den – eben.
Lasst ihn nur kommen, wir sind bereit!
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Eine kleine Hommage an den Schwingsport
| » Désolé, nous n'avons pas encore traduit cet article en français |
Am vergangenen Sonntag gab es etwas ganz Neues. Im Schweizer Fernsehen lief den ganzen Tag ein Sport, den man sonst im Programm vergeblich sucht. Schwingen nämlich. Eine ganztägige Live-Übertragung von der Schwinget auf der Schwägalp. Ich hab mir das natürlich nicht angesehen.
Nein, nicht weil ich Schwingen uninteressant finde, sondern weil ich da war. Vor Ort, am Fusse des Säntis. Manch einer mag schmunzeln, glaubt man das Schwingen doch als einen Sport für Hinterwäldler und Bauern. Aber das ist ein Klischee und damit gilt es auf zu räumen, denn: Schwingen ist toll!
Ich bin kein Sportfan, soviel hab ich schon mal klar gemacht (man lese die Kolumne zum Frauenfussball). „Die Kunst ist mein Sport“ pflege ich zu sagen. Das Schwingen aber, dafür kann ich mich begeistern. Mit breitem Appenzeller Dialekt schrei ich „Los, nemmen, dä Sauchog“, „Chomm los“ und tue nach einem Kampf mein Wohlwollen mit „Da ischt en zäääche Cheib“ kund.
Woher diese Begeisterung kommt? Das ist ganz einfach zu beantworten: Schwingen ist echt, pur und hochspannend. Hier gehts um reine Ur-Kraft. Zwei Männer, zwei Hosen aus Jute, ein Kreis aus Sägemehl, thats it. Kein Ball, kein Auto, kein Getüdel. Die Schwinger benutzen nur das, was ihnen von Natur gegeben. Das ist faszinierend! Und pure Männlichkeit.
Diese Schwinger sind zwar selten Abbilder des griechischen Adonis. Sie haben Nacken wie ein Stier, Pranken wie ein Bär und bringen selten unter 100 Kilo auf die Waage. Aber ein Schwinger kann nicht nur eine Frau beschützen, sondern die ganze Familie noch mit. Inklusive Tante und Grosscousine. Die passen nämlich alle hinter seinen breiten und starken Rücken. Ich glaube sogar, dass einer wie der Fausch sich im Kugelhagel vor mich stellen könnte und dabei keinen Kratzer abkriegen würde. Nur im Dunkeln, da will ich ihm nicht begegnen. Dieser Aspekt aber ist nur ein kleiner Teil meiner Begeisterung.
Der Schwingsport ist ehrlich. Und so sind es seine Sportler, genauso wie seine Anhänger. Nach jedem Kampf reicht der Sieger dem Verlierer die Hand und streicht ihm das Sägemehl vom Rücken. Der Fan vom Gisler sitzt neben dem Anhänger vom Abderhalden und beide würden sie nicht auf die Idee kommen, sich die Köpfe ein zu schlagen. Das suche mal einer in einem anderen Sport.
Schwingen mag Tradition sein, doch Tradition ist das, was uns verbindet und wieder zusammenbrignen kann. Vor allem wenn es auf diese Art geschieht.
Wir sehen uns auf der Schwägalp!
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Nein, nicht weil ich Schwingen uninteressant finde, sondern weil ich da war. Vor Ort, am Fusse des Säntis. Manch einer mag schmunzeln, glaubt man das Schwingen doch als einen Sport für Hinterwäldler und Bauern. Aber das ist ein Klischee und damit gilt es auf zu räumen, denn: Schwingen ist toll!
Ich bin kein Sportfan, soviel hab ich schon mal klar gemacht (man lese die Kolumne zum Frauenfussball). „Die Kunst ist mein Sport“ pflege ich zu sagen. Das Schwingen aber, dafür kann ich mich begeistern. Mit breitem Appenzeller Dialekt schrei ich „Los, nemmen, dä Sauchog“, „Chomm los“ und tue nach einem Kampf mein Wohlwollen mit „Da ischt en zäääche Cheib“ kund.
Woher diese Begeisterung kommt? Das ist ganz einfach zu beantworten: Schwingen ist echt, pur und hochspannend. Hier gehts um reine Ur-Kraft. Zwei Männer, zwei Hosen aus Jute, ein Kreis aus Sägemehl, thats it. Kein Ball, kein Auto, kein Getüdel. Die Schwinger benutzen nur das, was ihnen von Natur gegeben. Das ist faszinierend! Und pure Männlichkeit.
Diese Schwinger sind zwar selten Abbilder des griechischen Adonis. Sie haben Nacken wie ein Stier, Pranken wie ein Bär und bringen selten unter 100 Kilo auf die Waage. Aber ein Schwinger kann nicht nur eine Frau beschützen, sondern die ganze Familie noch mit. Inklusive Tante und Grosscousine. Die passen nämlich alle hinter seinen breiten und starken Rücken. Ich glaube sogar, dass einer wie der Fausch sich im Kugelhagel vor mich stellen könnte und dabei keinen Kratzer abkriegen würde. Nur im Dunkeln, da will ich ihm nicht begegnen. Dieser Aspekt aber ist nur ein kleiner Teil meiner Begeisterung.
Der Schwingsport ist ehrlich. Und so sind es seine Sportler, genauso wie seine Anhänger. Nach jedem Kampf reicht der Sieger dem Verlierer die Hand und streicht ihm das Sägemehl vom Rücken. Der Fan vom Gisler sitzt neben dem Anhänger vom Abderhalden und beide würden sie nicht auf die Idee kommen, sich die Köpfe ein zu schlagen. Das suche mal einer in einem anderen Sport.
Schwingen mag Tradition sein, doch Tradition ist das, was uns verbindet und wieder zusammenbrignen kann. Vor allem wenn es auf diese Art geschieht.
Wir sehen uns auf der Schwägalp!
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Über die Kunst des Alleinseins
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Manche können es besser, manche weniger gut; das Alleinsein. Ich persönlich umgebe mich gerne mit Leuten, Menschenansammlungen haben einen hohen Wert in meiner Wohlfühlskala, ein Emeriten-Dasein liegt mir fern. In der Stadt in der ich wohne, arbeiten alle meine Freunde am gleichen Ort, haben gleichzeitig Ferien und sind somit alle gleichzeitig weg. So geschehen diesen Sommer. Fünf lange Wochen blieb mir nur eine einzige Person zur Unterhaltung: Ich selber.
Komischerweise assoziiert man einen Menschen, der alleine unterwegs ist, sofort mit einem Gefühl der Einsamkeit. Mit mitleidendem Blick betrachten wir den Menschen, der alleine an einem Tisch im Restaurant sitzt und zu Mittag isst. Doch warum? Ist das alleine sein nicht auch ein Zeugnis von Stärke? Ist der Mensch, der sich selbst genügt nicht sein eigener Freund?
Gezwungen durch das Ausfliegen meiner Freunde, begann ich Dinge zu unternehmen, die ich sonst nie alleine mache, getreu dem Motto „Meine beste Begleitung bin ich“. Es fühlte sich erst komisch an und beim ersten Glas Wein, das ich nur in meiner Begleitung genoss, tat ich, als warte ich auf jemanden. Wer allein ist, ist auf sich selber zurück geworfen. Doch bald merkte ich, dass genau darin die Schönheit liegt. So viel Zeit mit sich selber, da hört man irgendwann auf, über sich selber nach zu denken und konzentriert sich auf das Drumherum. Ich konnte stehen bleiben und den Strassenmusikern zuhören, solange ich wollte. Ob ich im Café eine halbe Stunde länger sitzen blieb, interessierte niemanden und keiner wartete ungeduldig vor der Umkleide auf mich, wenn ich auch die fünfte Hose noch anprobieren wollte. Allein sein ist auch Freiheit.
Dinge, die man gewöhnlich mit Begleitung unternimmt, sind alleine ganz anders. Schön irgendwie. Schön zu wissen, dass ich den Film im Kino nur für mich gesehen habe. Schön im Museum drei Mal zu einem Bild zurück zu gehen und es ganz für sich zu geniessen. Einmal nicht teilen, alles nur für mich. Man muss es zelebrieren, das allein sein und wer sich mag, dem fällt es leichter, nur mit sich selbst zu sein.
Und doch: auch wenn ich jetzt öfter mal etwas alleine unternehmen werde, bin ich froh, meine Menschen wieder um mich zu haben. Die Stadt lebt wieder, für mich allein und auch für alle anderen.
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch
Komischerweise assoziiert man einen Menschen, der alleine unterwegs ist, sofort mit einem Gefühl der Einsamkeit. Mit mitleidendem Blick betrachten wir den Menschen, der alleine an einem Tisch im Restaurant sitzt und zu Mittag isst. Doch warum? Ist das alleine sein nicht auch ein Zeugnis von Stärke? Ist der Mensch, der sich selbst genügt nicht sein eigener Freund?
Gezwungen durch das Ausfliegen meiner Freunde, begann ich Dinge zu unternehmen, die ich sonst nie alleine mache, getreu dem Motto „Meine beste Begleitung bin ich“. Es fühlte sich erst komisch an und beim ersten Glas Wein, das ich nur in meiner Begleitung genoss, tat ich, als warte ich auf jemanden. Wer allein ist, ist auf sich selber zurück geworfen. Doch bald merkte ich, dass genau darin die Schönheit liegt. So viel Zeit mit sich selber, da hört man irgendwann auf, über sich selber nach zu denken und konzentriert sich auf das Drumherum. Ich konnte stehen bleiben und den Strassenmusikern zuhören, solange ich wollte. Ob ich im Café eine halbe Stunde länger sitzen blieb, interessierte niemanden und keiner wartete ungeduldig vor der Umkleide auf mich, wenn ich auch die fünfte Hose noch anprobieren wollte. Allein sein ist auch Freiheit.
Dinge, die man gewöhnlich mit Begleitung unternimmt, sind alleine ganz anders. Schön irgendwie. Schön zu wissen, dass ich den Film im Kino nur für mich gesehen habe. Schön im Museum drei Mal zu einem Bild zurück zu gehen und es ganz für sich zu geniessen. Einmal nicht teilen, alles nur für mich. Man muss es zelebrieren, das allein sein und wer sich mag, dem fällt es leichter, nur mit sich selbst zu sein.
Und doch: auch wenn ich jetzt öfter mal etwas alleine unternehmen werde, bin ich froh, meine Menschen wieder um mich zu haben. Die Stadt lebt wieder, für mich allein und auch für alle anderen.
Eure Rebecca
rebecca.schnyder@alltickets.ch





